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Spass bei PluSport Aargau

08.05.2017 |

Sich Gutes tun und die Menschen mögen

LEIBSTADT (uz) – Leo Kalt hat gut lachen. Die Führung durchs AWZ entsprach seinen Erwartungen, Aargauerbraten und Kartoffelstock schmecken und die Delegierten sind offensichtlich zufrieden. Es hat alles geklappt. Vergangenen Freitag war es so zu beobachten. Leo Kalt ist Präsident der Zurzibieter Sportgruppe für Behinderte. Er, seine Kolleginnen und Kollegen im Vorstand und das AWZ Kleindöttingen waren jenen Freitag Gastgeber der 37. Delegiertenversammlung von PluSport Behindertensport Aargau und damit für das Vorprogramm und die Verpflegung zuständig.
Nachdem die Teller abgeräumt, Kantonalpräsidentin Gesa Gaiser die Versammlung eröffnet und Gemeindeammann Patrick Gosteli sein Grusswort gesprochen hat, lehnt sich Kalt definitiv zurück und wechselt die Rolle. Aus dem Gastgeber wird ein Versammlungsteilnehmer. Einer von 40 übrigens, aus dem ganzen Kanton sind sie angereist.

Von den Seifesüdernbis zum Eselclub
Die DV kommt zügig voran. Es geht um Protokoll, Jahresberichte, Rechnung und Budget. Nichts Aussergewöhnliches. Leo Kalt kennt die Abfolge der Traktanden. Mit dem Vereinswesen ist er seit Jahrzehnten vertraut und hat grosse Erfahrung. 20 Jahre lang war er Präsident der Guggemusik «Seifesüder», er engagierte sich als Stiftungsrat von «Pro Leibstadt», arbeitete in den OKs für drei
Leibstadter Dorffeste mit, war Theaterverantwortlicher für die Freilichtaufführung «Die Löwen von Bernau», gründete den Leibstadter Eselclub, führt bis heute den Vorsitz der Winzerwagenbauer «winkenundtrinken.ch» und ist Präsident von «Le Club», der Ehemaligenorganisation der Seifesüder.
«Auf die Seifesüder bin ich stolz», sagt er, und erinnert sich an deren Gründung 1978. Kalt war damals die treibende Kraft und wurde dann auch der erste Präsident der Guggenmusik. Ein Relikt aus jenen
Jahren ist die Fasnachtszeitung «Seifeblööterli». «Was wir zusammen mit Polygraf Hasy Mutter realisierten, ist heute zu einem festen Bestandteil der Zurzibieter Fasnacht geworden», freut sich Kalt, und berichtet, dass ursprünglich geplant war, das «Seifeblööterli» nur einmal erscheinen
zu lassen.

Die Löwen von Bernau
Als Höhepunkt seines Engagements in der Öffentlichkeit bezeichnet er die Verantwortung für das Freilichttheater «Die Löwen von Bernau». Anlässlich des Dorffests 1999 wurde es aufgeführt. «Neun Vorstellungen gab es, alle ausverkauft», erinnert sich Kalt und spricht von der gelungenen Zusammenarbeit mit Regisseur Walter Küng und den Laiendarstellern aus Leibstadt und Umgebung. Das Stück «Die Löwen von Bernau» wurde von Bezirksschullehrer Nick Stöckli verfasst und basiert auf der Geschichte der Bernauer Schlossherren von Roll. Im Internet kann man sich eine Aufzeichnung
des Theaters von damals anschauen. Das Video ist leicht zu finden: Man rufe die Seite youtube auf und gebe unter «Suche» die Worte «Löwen von Bernau» ein.

Ausgleich zu Reglementen und Vorgaben
«Mein Engagement war der Ausgleich zu meinem Beruf», sagt Leo Kalt. 1979 kam er zum Kernkraftwerk Leibstadt und arbeitete sich zum Schichtchef empor. «Die Tätigkeit im Kraftwerk war streng reglementiert und hatte engen Vorgaben zu folgen», erklärt er und meint, dass er es einfach brauchte, daneben auch kreativ arbeiten zu können, und es ihm bis heute Freude mache, im Team Ideen zu entwickeln und umzusetzen.


Vielleicht mit den Bäckermeistern?

Zurück zur DV: Nachdem Kassier Walter Zürcher, ein Bad Zurzacher übrigens, schwarze Zahlen präsentieren konnte, und die Präsidentin verdiente Leiterinnen und Leiter ehrte, werden unter «Verschiedenes» erste Ideen für das Jubiläum «40 Jahre PluSport Aargau» vorgestellt. 2019 ist es so weit. Eine dieser Ideen stammt von Leo Kalt: Er meint, es sei die Zusammenarbeit mit dem Verband der Aargauischen Bäckermeister zu suchen, ein Jubiläumstaler zu verkaufen und der Erlös an die acht Behindertensportgruppen im Kanton zu verteilen. Auf die Behindertensportgruppe Zurzibiet angesprochen, erklärt er, dass er deren Präsidium übernommen habe, weil er einen Teil seiner Zeit für Benachteiligte einsetzen wolle. «Die Lebensfreude und die Spontaneität unserer Sportler sind wohltuend», sagt er und was die präsidialen Schwerpunkte betrifft, möchte er zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Sportgruppe gewinnen und weitere Sportlerinnen und Sportler für den Eintritt in die Gruppe begeistern.


Den Moment geniessen

Gegen 22 Uhr schliesst Gesa Gaiser die Versammlung und hat ebenfalls gut lachen: «Alles lief rund», lobt sie die Zurzibieter. Dann klingt die DV aus: Die Delegierten verabschieden sich nach und nach, Beamer und Leinwand werden abgeräumt, Stühle aufeinandergestapelt und die Vorstandsmitglieder machen sich auf den Heimweg. Leo Kalt aber sitzt mit Gemeindeammann Gosteli und den Helferinnen
und Helfern um einen Tisch und stösst auf den gelungenen Abend an. «Man muss den Moment geniessen», sagt er, «die Menschen mögen und sich Gutes tun.»

Die Botschaft, 26. April 2017